Camera Work in Berlin präsentiert ab dem 16. Juni bis 04. August
eine Ausstellung des amerikanischen Photographen Ralph Gibson.

 Die Ă¼ber 60 Photographien der Einzelausstellung geben Einblick in ein beeindruckendes Gesamtwerk des Photographen, der als einer der berĂ¼hmtesten Mitglieder der Photographenszene New Yorks der Geschichte gilt. www.camerawork.de
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Die Ă¼ber 60 Photographien umfassende Einzelausstellung gibt Einblick in das beeindruckende Gesamtwerk des Photographen, der u.a. mit Diane Arbus und Garry Winogrand als einer der berĂ¼hmtesten Mitglieder der Photographenszene New Yorks der Geschichte gilt. Zweifellos zählt der Amerikaner zu den wegweisenden Vertretern der Photokunst und ist vor allem fĂ¼r seine grenzĂ¼berschreitende Darstellung kĂ¼nstlerischer Stilrichtungen im Medium der Photographie bekannt.
Die Ausstellung in der Galerie CAMERA WORK zeigt das photographische Schaffenswerk von Ralph Gibson aus Ă¼ber vier Jahrzehnten – von mystisch-surrealen Werken aus der weltbekannten Serie »The Somnambulist« Ă¼ber Photographien aus den Bildstrecken »Deja-Vu« und »Days at Sea« bis hin zu neuen Aktphotographien der jĂ¼ngsten Vergangenheit. Die verbindenden bildsprachlichen Charakteristika innerhalb des Gesamtwerkes von Ralph Gibson zeichnen sich einerseits durch ein ausgeprägtes Spiel mit starken Schwarz-WeiĂŸ-Kontrasten und eine kennzeichnende Grobkörnigkeit der Silbergelatine Prints aus. DarĂ¼ber hinaus wohnt den Photographien trotz der Motiv- und Sujetvielfalt eine geheimnisvolle Aura inne, die die Grenzen zwischen Realismus, Surrealismus, Expressionismus und metaphysischer Symbolik verschwimmen lässt.
»The camera was leading me to other dimensions, to expressions of entirely new feelings.« Bereits das FrĂ¼hwerk von Ralph Gibson zeugt von einer besonderen kĂ¼nstlerischen Gestaltungsweise, wodurch Form und Motiv zu einer neuen Ausdrucksform verschmelzen und direkt beim Betrachter Emotionen evozieren. So verhält es sich auch bei der Serie »The Somnambulist«, aus der zahlreiche Photographien in der Ausstellung zu sehen sind. Anlehnend an den Titel erzählt Gibson darin die Geschichte eines Traumwandlers – narrativ, mystisch, spirituell und gepaart mit transzendentalen Erlebnissen, die der Rezipient visuell erfahren kann. Bereits zur Entstehungszeit Ende der 1960er Jahre galt die Serie aufgrund des photokĂ¼nstlerisch experimentellen Charakters und Gibsons Selbstverständnisses, die Phototechnik allein definiere noch nicht die Kunst, als herausragendes Werk, welches als gleichnamiges Photobuch bis heute hoch geschätzt wird. Das wohl bekannteste und am meisten zitierte Bild aus der Serie – das Motiv zeigt eine solarisierte Hand im Spalt einer offenen TĂ¼r – diente u.a. auch als LP-Innencover des Albums »Unknown Pleasures« von Joy Division.
»I love photographing women and could say that the form of the female body is absolute and perfect.« Faszinieren ihn seit jeher Motive mit surreal-metaphysischen Stimmungen, hat sich Ralph Gibson im Laufe seiner Karriere stärker auf die photographische Darstellung des weiblichen Aktes konzentriert. Gibson vermag es, den Blick fĂ¼r den besonderen Ausschnitt zu haben, einen bestimmten Teil des weiblichen Körpers zu isolieren, herauszuarbeiten und zu betonen. Die naturgetreue Wiedergabe, Formverehrung des Körpers und leidenschaftliche aber dennoch subtile Erotik bestimmen die Akte, deren reizvolles Spiel in der Bildsprache zwischen Realismus und abstrakter Form Ralph Gibsons Ă„sthetik kennzeichnet. Verstärkt wird dieser Effekt durch den wirkungsvollen Kontrast zwischen Schwarz und WeiĂŸ.
Ăœber Ralph Gibson Geboren im Jahr 1939 in Los Angeles, trat Ralph Gibson im Alter von 16 Jahren der U.S. Navy bei, um anschlieĂŸend am San Francisco Art Institute zu studieren. Mit 22 Jahren wurde er Assistent der Photographenlegende Dorothea Lange und später von Robert Frank, bevor er Ende der 1960er nach New York Ă¼bersiedelte und sich als selbstständiger Photograph etablierte. Internationale Anerkennung erhielt Ralph Gibson, der seit Ă¼ber 50 Jahren ausschlieĂŸlich mit Leica photographiert, bereits zu Beginn seiner Karriere mit der Photoserie »The Somnambulist« und dem gleichnamigen Photobuch, welches 1970 erschien. Diese Serie ist mit ihrer narrativen Prägung charakteristisch fĂ¼r Gibsons stetiges Streben nach einer innovativen kĂ¼nstlerischen Darstellungsform. FĂ¼r sein photographisches Schaffen – zu dem auch zahlreiche hochwertige Photobände gehören – wurde Ralph Gibson bis dato u.a. mit dem John Simon Guggenheim Memorial Fellowship (1985), Leica Medal of Excellence Award (1988), Lucie Award (2007) oder FOTOmentor Lifetime Award (2011) geehrt. Zudem hält er die Auszeichnung des Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres of France. Ăœber 150 Museen weltweit, darunter das Metropolitan Museum of Art und Museum of Modern Art in New York sowie die National Gallery of Art in Washington, fĂ¼hren Werke von Ralph Gibson in ihren Sammlungen. Der KĂ¼nstler lebt in New York. |
